Physiotherapie
Vor der Entlassung schaut das Team (Arzt, Schwester, Physiotherapeutin), ob ihr Kind neben Ihrem aktiven, liebevollen
und kompetenten Umgang noch zusätzlicher Unterstützung durch eine Physiotherapie bedarf. Der/die weiterbehandelnde
Physiotherapeut/in sollte über eine Zusatzausbildung speziell für Kinder verfügen.
Die Vojta-Methode
Hier wird das Kind in der Therapie in festgelegte statische Ausgangsstellungen gebracht, um über verschiedene
Druckpunkte am Körper am Körper natürliche Bewegungsabläufe anzuregen. Dadurch schafft man einen
Haltungshintergrund, der es dem Kind möglich macht, physiologische Bewegungsmuster zu erfahren und selbstständig
zu nutzen. Die Anleitung der Eltern und das tägliche Training (3 bis 4 mal)sind ein fester Bestandteil dieser Behandlung.
Das Bobath-Konzept
Dies ist eine neurophysiologische Entwicklungsbehandlung. Es ist eine aktive, handlungsorientierte Therapie, die von
bestimmten Schlüsselpunkten aus (das heißt Körperpartien, wie zum Beispiel dem Becken) die Muskelspannung
reguliert und natürliche Bewegungen einleitet. Diese entsprechen dem Entwicklungsstand des Kindes und eröffnen
ihm spielerisch neue Perspektiven und mehr Handlungskompetenz. Das Kind erhält so viel Hilfe und Unterstützung
wie nötig und so wenig wie möglich, um seine Haltung zu bewahren, sich abstützen zu können und sein
Gleichgewicht zu halten.So entwickelt sich eine differenzierte und zielgerichtete Motorik. Das Wechselspiel vonKind, Eltern und Therapeut ist ein wichtiger Punkt im Bobath-Konzept, welches auch das sogenannte "Handling" und eine eventuell erforderliche Hilfsmittelberatung beinhaltet.
Die sensorische Intergrationsbehandlung (SI)
In jeder Minute unseres Lebens nehmen wir eine Fülle von Umwelt- und Körperreizen mit unseren Sinnesorganen wahr.
Diese beginnt schon im Bauch der Mutter. Sensorische Integration ist ein Vorgang, durch den das Gehirn Auskünfte von
den Sinnen(Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Gleichgewicht) aufnimmt, erkennt, deutet und organisiert,
um darauf mit einer entsprechenden Handlung zu reagieren, die zur Zufriedenheit führt.Die sensorische Intergation wird durch beständige Auseinandersetzung mit Dingen der Umwelt, dem Körper, dem Gehirn und den körperlichen Anforderungen während der Kindheit geschult.
Gibt es Probleme bei der Aufnahme kann das Kind nicht angemessen ragieren oder spielen und wird unzufrieden oder gar agressiv. Ein Kind, das zum Beispiel den Boden unter seinen Füßen nicht spürt, wird große Probleme beim Laufen haben.
In der Therapie werden die Reize dosiert. Das Kind lernt, sie zu erkennen, einzuschätzen und richtig darauf zu reagieren. So kann es Freude an der Bewegung entwickeln.
Eine wichtige Voraussetzung ist die genaue Befundaufnahme vor der Behandlung mit dem Ziel, dass sich die Entwicklung hemmender Bewegungsabläufe nicht einschleift. Dem Kind wird Spaß an der Bewegung und an der Auseinandersetzung mit seiner Umwelt vermittelt.Sie entscheiden gemeinsam mit Ihrem Kinderarzt, welche Therapieform für ihr Kind geeignet ist.
Sprechen Sie Ihren Kinderarzt auch darauf an, wenn Ihnen im Verlauf der Entwicklung etwas auffällt - beispielsweise, wenn Ihr Kind immer schief liegt, den Kopf bei Geräuschen/Stimmen nicht wendet, wenn es nicht lautiert, schlecht spricht, wenn es Sie nicht anschaut oder schielt, oder wenn es nicht spielt. Ihr Arzt wird dann notwendige Maßnahmen einleiten wie Physiotherapie (Krankengymnastik), Logopädie (Sprachtherapie), Ergotherapie (Beschäftigungtherapie), Frühförderung oder Vorstellung beim Augen- oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt
