Finja - kleine Kämpferin und ihre tapferen Eltern
Norddeutsche Rundschau 12.12.07Bahrenfleth/sh:z - „Es war ein ganz normaler Tag” erinnert sich Sandra Hinrichsen. Vormittags geht die werdende Mutter aus Bahrenfleth (Kreis Steinburg) noch zur Routineuntersuchung bei ihrem Frauenarzt. Alles ist in Ordnung - abends kommen jedoch die Schmerzen. Mit vorzeitigen Wehen begibt sich die heute 37-Jährige ins Krankenhaus, die Ärzte bekommen die Wehen in den Griff und wollen sie wieder nach Hause entlassen.
Doch dazu kommt es nicht: Plötzlich erleidet die Schwangere eine Blasensprung, in der 27. Schwangerschaftswoche, 13 Wochen zu früh. Am nächsten Tag müssen die Ärzte aufgrund einer Entzündung einen Not-Kaiserschnitt durchführen. Für die Bahrenfletherin bricht eine Welt zusammen. Ihr erster Gedanke ist eine Frage: „ Kommt das Kind lebend auf die Welt...?”
Den Namen ihrer Tochter wählen die Eltern erst auf dem Weg zum Kreißsaal - sie hatten sich zu diesem frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft noch keinen überlegt: Finja kommt am 20. Mai 1999 zur Welt, wiegt damals 1180 Gramm und ist 36 Zentimeter groß.
Nach dem Kaiserschnitt leidet Finja an Atemnot. Sofort wird das Frühchen mit diversen Schläuchen versehen und in einen Brutkasten der Intensivstation gelegt. Sandra Hinrichsen kann ihr Kind krankheitsbedingt erst nach drei Tagen sehen. „Das war ganz schrecklich: Sie haben eine Tochter, können aber nicht zu ihr, und das Baby kann auch nicht zu ihnen gebracht werden”, erinnert sich die Mutter. Sie sieht die kleine Finja deshalb zum ersten Mal nur auf Fotos.

Unterdessen verschlechtert sich der Zustand des Kindes dramatisch: Zunächst bekommt Finja eine Lungenentzündung und später eine Lungenblutung, die gestoppt werden kann. Die Hoffnung, dass das Schlimmste nun überstanden sei, hält nicht lange an. Die nächste schockierende Nachricht: Finja leidet an einer Hirnblutung. Der Zustand der Kleinen hat sich soweit verschlechtert, dass den Eltern geraten wird, von ihrer Tochter Abschied zu nehmen.
Doch Finja ist eine Kämpferin. „Nur mit Hilfe der Geräte konnte sie überleben”, sagt Sandra Hinrichsen. Finja wird nach neuen Wochen von der Frühchenintensivstation entlassen. Dank des Inkubators und weiterer medizinischer Versorgung - etwa über einjähriger Krankengymnastik - ist Finja heute ein munteres Kind.
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