Viele quälende Fragen
Norddeutsche Rundschau 7.12.07Elmshorn/sh:z - „Hab ich etwas falsch gemacht?” Viele Mütter Frühgeborener stellen sich diese Frage. Auch wenn es objektiv gesehen keinen Grund gibt, sich Vorwürfe zu machen: kleinste Details reichen oftmals schon für Schuldgefühle. Hab ich zu schwer gehoben? Mich überanstrengt? Jeden Moment der Schwangerschaft lässt man Revue passieren.

Auch Dörte Zillmann (26) aus Elmshorn (Kreis Pinneberg) geht es oft so. Ihre Tochter Mara kam am 10. Oktober in der 31. Schwangerschaftswoche zur Welt. Mit einem Blasensprung wurde Dörte Zillmann ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte bereiten sie zwei Tage in Gesprächen darauf vor, was die zu frühe Geburt für ihr Baby bedeuten kann. Viel zu klein und zu leicht kommt Mara nach der Geburt direkt in den Brutkasten, um versorgt zu werden.
„Dort lag sie verkabelt und hatte nur das nötigste an. Als Mutter ist es unheimlich schwierig, das eigene Kind so zu sehen&rbquo;, sagt Dörte Zillmann. Sie und ihre Familie zählen die Tage, bis sie Mara mit nach Hause nehmen können. Oft steht sie vor demBrutkasten und betrachtet das viel zu kleine Geschöpf: „In diesen Momenten kullern die Tränen. Man sagt sich aber dann: Jeder Tag, den wir hier verbringen, bringt uns unsere Tochter ein Stück näher”, so Dörte Zillmann. Besonders traurig ist sie, wenn sie im Krankenhaus mütter mit normalem Geburtsverlauf und gesunden Babys sieht. In diesen Momenten fragen sich alle Frühchen-Mütter, ob sie was falsch gemacht haben. Dörte Zillmann versucht, diesen Gedanken zu verdrängen: „Ich habe mir einfach nichts vorzuwerfen, und deswegen denke ich, Mara wollte einfach raus.&rbquo;

Dörte Zillmann bittet die Schleswig-Holsteiner, für den neuen Brutkasten zu spenden: „Kinder sind einfach unsere Zukunft. Ich finde jedes Kind sollte eine Chance bekommen.
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