Nestflüchter e. V.
Interessenverband frühgeborener Kinder und deren Angehöriger

13 Wochen zu früh - Jarons schwieriger Start ins Leben

Norddeutsche Rundschau 4.12.07
Carsten Köthe hilft helfen 2007Elskop/sh:z - „Ein Bein war so groß wie mein Zeigefinger. Die Haut war fast durchsichtig und dadurch dunkelrot, ganz weich und empfindlich” erinnert sich Sandra Stachera aus Elskop im Kreis Steinburg. 15 Monate zuvor, im August 2006, beginnen dramatische Wochen für die Mutter. Sie starten mit plötzlichen Wehen. Eigentlich soll ihr Kind erst im November zur Welt kommen. Ihre Ärztin rät ihr daraufhin, nach Glückstadt ins Krankenhaus zu gehen.

Jaron Stachera (15 Monate) wog bei der Geburt nur 880 Gramm und überlebte in einem Brutkasten der neuen Generation. Dort bekommt sie zunächst Wehenhemmer. Als diese nicht mehr anschlagen, geht alles ganz schnell: Mit dem Krankenwagen wird sie in die Kinderklinik Itzehoe gebracht, da es hier eine Intensivstation für Frühchen gibt. Das Kind ist nicht mehr zu halten. Sandra Stachera ist in der 27. Schwangerschaftswoche, als ihr Sohn Jaron zur Welt kommt - 13 Wochen zu früh. Er wiegt lediglich 880 Gramm und ist 32 Zentimeter klein. Normale Babys wiegen etwa 3,5 Kilogramm und damit vier mal soviel. Erst am Morgen nach der Geburt realisiert Sandra Stachera, wie klein er überhaupt ist. Auf den Arm nehmen kann sie den kleinen Jaron vorerst nicht, er liegt im Brutkasten. „Der Instinkt, das Kind rauszunehmenwenn es weint, es aber nicht zu können, mit diesem Widerspruch umzugehen ist ganz schwierig”, so Sandra Stachera weiter. Doch sie weiß, der Brutkasten ist wichtig für Jaron, er hält ihn am Leben.

Jaron hatte das Glück, in geau solch einem Brutkasten neuen Typs zu liegen, für den der sh:z und R.SH jetzt sammeln. Damals stand er gerade zufällig zum Testen für zwei Monate auf der Frühchen-Intensivstation. Sandra Stachera erinnert sich:„Dieser Brutkasten war fantastisch. Er war groß und geräumig, ich konnte meinen Sohn streicheln und berühren.”

14 Wochen ist dieser Inkubator, so der Fachausdruck, das Zusause des kleinen Jaron. Ganz ohne Komplikationen ging es für den kleinen in dieser Zeit jedoch nicht ab. Zunächdt hatte er eine Lungenentzündung, danach einen Leistenbruch, der sogar operiert werden musste. Doch letztendlich ist alles gut gegangen. Mittlerweile ist Jaron 15 Monate alt, hat krabbeln gelernt und ist ein aufgeweckter Junge. „Wer weiß,ob es ihm ohne diesen Brutkasten so gut ginge. Wenn Geld daür nicht gut angelegt ist, weiß ich es auch nichtrdquo; sagt die Elskoperin.

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