Nestflüchter e. V.
Interessenverband frühgeborener Kinder und deren Angehöriger

Spenden für den Frühstart ins Leben - Carsten Köthe hilft helfen

Norddeutsche Rundschau 3.12.07
Eine Schwester versorgt ein Frühchen im Brutkasten. Nur in dieser geschützten Umgebung hat es eine Überlebenschance. Kiel/sh:z - Zwei Päckchen Butter wiegen 500 Gramm. Mit diesem Gewicht wird manches Baby in die Welt jenseits des Mutterleibes entlassen. Viel zu früh, viel zu klein, viel zu schwach.
1162 Frühgeborene sind im letzten Jahr in Schleswig-Holstein zur Welt gekommen. Ohne Intensivbetreuung, erfahrene Ärzte und vor allem moderne Medizintechnik hätten die meisten von ihnen keine Chance. Insbesondere moderne Brutkästen sind überlebenswichtig, sie sind das erste Zuhause der Frühchen, der Mutterleibersatz.

Genau dafür möchten der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (sh:z) und Radio Schleswig-Holsten (R.SH) in den nächsten Wochen gemeinsam sammeln. Unter dem Motto "Spenden ist babyleicht" stellen der sh:z und R.SH ab heute zwei Wochen von Montags bis Freitags die Geschichte eines Frühgeborenen vor und bitten um Spenden für die Frühchenintensivstation der Kinderklinik Itzehoe.

Dort wird dringend ein neuer Spezialbrutkasten benötigt, der den Bedingungen im Mutterleib sehr nahe kommt. Bei alten Modellen muss das Baby zum Messen, Waschen und Röntgen umgebettet werden. Damit sind die Frühchen großem Sterss ausgesetzt. Der Spezialbrutkasten hingegen hat unter anderem eine integrierte Waage, eine drehbare druckmindernde Matratze und viele weitere Funktionen, die dem Frühchen das Leben nach der Geburt enorm erleichtern. " Im Ernstfall kann dieser Brutkasten sogar Leben retten", erklärt R.SH Moderator und Namensgeber Carsten Köthe zum Start der Aktion.

Professor Helmut Paust ist Chefarzt der Kinderklinik Itzehoe und der Frühchenintensivstation und arbeitet seit 18 Jahren dort. Er hat schon Kinder auf die Welt geholt, die nur 380 Gramm gewogen haben. "Diese kleinen ‚Würmer’ kommen zwar lebendig auf die Welt, haben einen Herzton, haben einen Kreislauf haben eine Atmung, aber nichts davon funktioniert so richtig, weil sie unreif sind. Sie müssen direkt nach der Geburt in einen Brutkasten damit sie versorgt werden und sterssfrei behandelt werden können. Je leiser so ein Gerät ist, je besser der Wärmeschutz, je weniger die Frühchen hin- und her bewegt werden müssen, desto besser ist es für die Babys und umso geringere Komplikationen gibt es auch " sagt Prof. Paust. Das neueste Gerät, das dies alles bietet, kostet etwa 25 000 Euro, und laut Paust würdees mindestens fünf Jahre dauern, bis die Klinik soviel Spendengelder gesammelt hat. „Wir wollen der Klinik helfen, diesen teuren Spezialbrutkasten schneller anschaffen zu können - gemeinsam mit Ihnen, den Lesern des sh:z und den Hörern von R.SH. Denn spenden ist babyleicht” unterstreicht Carsten Köthe.

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