Nestflüchter e. V.
Interessenverband frühgeborener Kinder und deren Angehöriger

Drei Frühchen in Serie - und alle wurden kerngesund

Norddeutsche Rundschau 14.12.07
Ottenbüttel/sh:z - Auch beim dritten Kind war es wieder ein „ganz schöner Schreck”, sagt Karina Pomp aus Ottenbüttel im Kreis Steinburg. Sie hat nämlich nicht ein Frühchen, sondern gleich drei Frühgeborene zur Welt gebracht. Heute sind Fin Arian, Monja, uns Malin gesund und munter - dass sie das Licht der Welt viel zu früh, klein und schwach erblickt haben, merkt man ihnen nicht mehr an.

Hatte es eilig: Fin Arian PompDen Beginn macht am 20. Januar 1999 Fin Adrian. Er kommt in der 30. Schwangerschaftswoche mit einem Gewicht von 1730 Gramm auf die Welt. Seine beiden Schwestern Monja und Malin halten es 31 und 34 Wochen in Mamas Bauch aus. Beim Erstgeborenen müssen die Ärzte 24 Stunden nach dem Blasensprung die Geburt einleiten. Fin Arian muss sofort in einen Brutkasten.

Als die heute 39-Jährige ihren Sohn das erste mal sieht, bricht für sie eine Welt zusammen: „Das Kind ist so klein,da sind überall ganz viele Kabel und Schläuche. Man kann es nur durch Luken streicheln - auf den Arm nehmen geht vorerst nicht”, erinnert sie sich unter Tränen. Der Kleine muss künstlich ernährt werden und bekommt auch noch eine Neugeboreneninfektion. Der Ottenbüttelerin kommt ihr Sohn anfangs fremd vor: „Man muss sich erstmal an sein Kind gewöhnen. So hatte man es sich nicht vorgestellt.”

Als Familie Pomp ihr zweites Kind erwartet, besorgen sich die Eltern ein Buch, um zu sehen, was sie vermeiden oder besser machen können. Sie haben Angst, dass sie wieder Eltern eines Frühchens werden - und diese Angst ist berechtigt: Auch Monja kommt zu früh.

Danach überlegen die Eltern, ob sie überhaupt noch ein drittes Kind bekommen möchten, ob sie das Glück wirklich nochmal herausfordern wollen. Sie entscheiden sich dafür - es wird wieder eine Tochter - und sie kommt wieder zu früh!

Alle drei Kinder haben die ersten Wochen ihres Lebens im Inkubator verbracht. Karina Pomp weiß daher, wie wichtig hochmoderne Geräte für Frühchen sind: „Meine Kinder wären ohnen moderne Medizin nicht überlebensfähig gewesen - so wie sie waren”, sagt die 39-Jährige Mutter. Aus diesem Grund unterstützen die Pomps die Sammelaktion von R.SH und dem sh:z für einen modernen Brutkasten, denn auch sie meinen: „Spenden ist babyleicht.”

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